Printplus Gipfeltreffen 2026

Steigende Dokumentationspflichten, wachsender Preisdruck und fehlende Fachkräfte erhöhen den Druck auf Druck- und Medienunternehmen. Beim Printplus Gipfeltreffen 2026 zeigte die Printplus AG anhand konkreter Praxisbeispiele, wie integrierte Prozesse, Automatisierung und künstliche Intelligenz dabei helfen können, mit bestehenden Ressourcen mehr zu erreichen. Mehr Aufträge bearbeiten, schneller auf Kunden reagieren und gleichzeitig zusätzliche gesetzliche Anforderungen erfüllen: Viele Druckereien stehen heute vor der Herausforderung, steigende Anforderungen mit unverändertem Personalbestand bewältigen zu müssen. Genau diesem Spannungsfeld widmete sich das Gipfeltreffen 2026 der Printplus AG. Mehr als 70 Kunden aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Südtirol informierten sich am 17. und 18. September 2026 über neue Möglichkeiten, die Produktivität ihrer Unternehmen zu steigern.

Die Veranstaltung begann mit einer herzlichen Begrüssung durch Alex Sturzenegger, Geschäftsführer der Printplus AG. Mit seinem Begrüssungsvortrag verwies er auf die zunehmende Belastung durch neue Dokumentationsanforderungen wie PPWR und EUDR. Gleichzeitig werde es für viele Betriebe immer schwieriger, zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen. Produktivitätssteigerungen müssten deshalb verstärkt durch Automatisierung und effizientere Prozesse erreicht werden. Mit den integrierten Funktionen von printplus druck unterstützt Printplus die Unternehmen dabei, administrative Aufwände zu reduzieren und vorhandene Ressourcen besser zu nutzen.

Gleichzeitig betonte Alex Sturzenegger, dass sich die Wirkung von Print heute deutlich präziser messen lässt als noch vor wenigen Jahren. Mithilfe von QR-Codes, Rabattcodes und individuellen Landingpages kann der Erfolg gedruckter Werbemittel transparent nachvollzogen und ausgewertet werden. Dadurch können Druckereien ihren Kunden den Beitrag von Print zum Marketingerfolg nachweisen und dessen Wert gegenüber digitalen Kanälen fundierter darstellen. Dies schafft eine bessere Grundlage für Preis- und Budgetdiskussionen.

Mehr Produktivität durch durchgängige Prozesse
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Frage, wie unnötige Schnittstellen und manuelle Arbeitsschritte reduziert werden können. Am Beispiel des neuen Materialeinkaufs im Printplus Desktop zeigte Stephan Breywisch, Vertrieb und Beratung der Printplus AG, wie Einkaufsprozesse, Bedarfsabgleich und Lieferanteninformationen in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung zusammengeführt werden. Die Mitarbeitenden erhalten die benötigten Informationen an zentraler Stelle und können Änderungen schneller bearbeiten.

Anhand weiterer Praxisbeispiele zeigte Stephan Breywisch, wie Aufträge automatisiert aus Web-Shops, Kundenschnittstellen oder importierten Daten übernommen werden können. Wiederkehrende Arbeitsschritte lassen sich weitgehend automatisieren, wodurch wertvolle Arbeitszeit für anspruchsvollere Tätigkeiten frei wird. Die durchgängige Datenbasis sorgt dafür, dass Informationen aus Kalkulation, Einkauf und Produktion nahtlos zusammenarbeiten. Dies reduziert Fehlerquellen und ermöglicht die vollautomatische und kostenoptimierte Produktionsplanung.

Zeitgewinn bei Kalkulation und Angebotsbearbeitung
Ein weiterer Schwerpunkt war die neue Auftragsverwaltung im Printplus Desktop. Christian Schoissengayer, Vertrieb und Beratung der Printplus AG zeigte, wie die engere Verknüpfung von Kalkulation und Auftragsbearbeitung Medienbrüche reduziert und Arbeitsabläufe vereinfacht. Ein neuer Assistent unterstützt zudem bei der wirtschaftlichen Bewertung verschiedener Produktionsverfahren und Auflagenhöhen. So können Mitarbeitende schneller fundierte Entscheidungen treffen.

Welches Potenzial in solchen Werkzeugen steckt, zeigte Peter Müller, Vertrieb und Beratung der Printplus AG, in seinem Vortrag «Schneller zum Auftrag - Angebote erstellen, bevor der Wettbewerb reagiert». Anhand eines Live-Benchmarks demonstrierte er, wie sich Angebotsprozesse beschleunigen und Wettbewerbsvorteile erzielen lassen. Standardanfragen konnten innerhalb weniger Minuten kalkuliert werden. Nach Einschätzung lassen sich 70 bis 80 Prozent der täglich eingehenden Anfragen in zwei bis vier Minuten bearbeiten. Bereits geringe Zeitgewinne pro Angebot können sich bei mehreren tausend Angeboten pro Jahr zu einem beträchtlichen wirtschaftlichen Vorteil summieren.

Blick auf die kommenden Entwicklungen
Am zweiten Veranstaltungstag richtete sich der Blick auf die zukünftige Entwicklung von printplus druck. Das Entwicklungsteam präsentierte sowohl den aktuellen Stand der Neuentwicklung «Kalkulation 2.0» als auch neue Einsatzmöglichkeiten für künstliche Intelligenz.

Mit der «Kalkulation 2.0» arbeitet Printplus an der nächsten Ausbaustufe seiner Kalkulation. Ziel ist es, die Bearbeitung komplexer Druckprodukte weiter zu beschleunigen und Variantenvergleiche noch komfortabler zu gestalten. Darüber hinaus wird die technische Architektur konsequent auf automatisierte Abläufe ausgerichtet. Die automatisierte Anlage und Verarbeitung von Kalkulationen aus Kundenanfragen, Web-Shops und Schnittstellen soll dadurch noch besser unterstützt werden. Für die Anwender bedeutet dies weniger Aufwand für Routinearbeiten, kürzere Reaktionszeiten und mehr Zeit für die Beratung ihrer Kunden sowie die Bearbeitung anspruchsvoller Aufgaben. Ein Betabetrieb mit ausgewählten Kunden ist für Anfang 2027 vorgesehen.

Ebenfalls vorgestellt wurden neue KI-gestützte Funktionen. Anwender sollen Unternehmensdaten künftig noch einfacher nutzen können, indem Auswertungen in natürlicher Sprache formuliert werden. So lassen sich beispielsweise Kunden ohne Umsatz im laufenden Jahr identifizieren und unmittelbar Nachfassaufgaben für den Vertrieb anlegen. Dadurch werden aus Unternehmensdaten direkt konkrete Vertriebsaktivitäten.

Besonders grosses Interesse weckten die Möglichkeiten zur automatisierten Verarbeitung von Kundenanfragen. Eingehende E-Mails und beigefügte Dokumente werden analysiert und für die Erstellung von Aufträgen sowie Kalkulationen aufbereitet. Dabei prüft die KI, ob die vorhandenen Informationen für eine Kalkulation ausreichen, und fordert bei Bedarf gezielt fehlende Angaben nach. Dadurch lassen sich Anfragen deutlich schneller bearbeiten, manuelle Tätigkeiten reduzieren und Angebote früher beim Kunden platzieren. Druckereien gewinnen so an Effizienz und können noch schneller auf Marktanfragen reagieren.

Darüber hinaus unterstützt ein KI-Assistent die Anwender bei Fragen zur Software und greift dabei auf die vorhandene Dokumentation zurück. Die Unternehmen behalten dabei die Kontrolle und entscheiden selbst, welche Sprachmodelle eingesetzt werden und welchen Benutzern diese zur Verfügung stehen.

Technologie und Mensch gehören zusammen
Einen bewussten Kontrapunkt zu den Technologie-Themen setzte die Keynote von Zita Langenstein, die unter anderem als Butleress für Mitglieder eines Königshauses tätig war. Sie zeigte auf, wie Aufmerksamkeit, Verlässlichkeit und Servicequalität zu nachhaltiger Kundenbindung beitragen. Ihre zentrale Botschaft: Prozesse lassen sich automatisieren, echte Kundenerlebnisse jedoch nicht.

Die Teilnehmer erhielten zahlreiche Beispiele dafür, wie sich Produktivität steigern lässt, ohne zusätzliches Personal aufzubauen. Automatisierung schafft dabei Freiräume für das, was Druckereien langfristig erfolgreich macht: die Beratung, Betreuung und Entwicklung ihrer Kunden.

Das Printplus Gipfeltreffen 2026 verband technologische Innovationen mit praxisnahen Einblicken und persönlichem Austausch. Gleichzeitig bot die Veranstaltung Raum für anregende Gespräche und neue Impulse für die Zukunft der grafischen Industrie. Das positive Feedback der Teilnehmenden unterstrich den Erfolg des diesjährigen Gipfeltreffens.